Auf 900 Seiten spannt das Ortsbuch einen Bogen über nahezu 770 Jahre asteröder Geschichte von der ersten schriftlichen Erwähnung des Ortes in 1240 bis hin zum Jahr 2010, in dem die Geschichte des Ortes neu niedergeschrieben wurde.
Von den leider überweigend im Nebel der Geschichte verlorenen Anfängen berichten die Kapitel über die Zeit der fränkischen Landnahme, unter dem Hessischen Löwen und den schrecklichen 30jährigen Krieg, der auch in unserer norhessischen Heimat seine Spuren hinterließ. Der Leser erfährt von asteröder Männern, die 1776 unter dem Hessischen Landgrafen als Soldaten nach Amerika gingen, auf Seiten der Briten kämpften und so ein Stück Weltgeschichte mitschrieben.
Aus der jüngeren Vergangenheit berichtet das Buch über einflussreiche Asteröder Familien, die Branntweinbrennerei Haas, den Bau der heutigen Bundesstraße 454 und den Wald und seine Geschichte. Interessante Informationen aus der Zeit vor, während und nach den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts führen zu der schilderung der Entwicklung des Dorfes in der Nachkriegszeit. Ausführliche Abhandlungen wurden verfasst zu den Themen: Häuser und Höfe, Kirche, Schule, die Poststelle und die Kirmes. Die Vereine des Ortes kommen zu Wort.
Zahlreiche Informationen sind über die Zeit nach der Aufgabe der kommunalen Selbständigkeit zusammengetragen worden. All dies wurde soweit irgend möglich mit entsprechenden Bildern und Fotos ilustriert. Neben zahlreichen Familienfotos wurden auch seltene historische Aufnahmen unseres Heimatortes zusammengetragen. Einige der Fotos zeigen Häuser, die schon lange nicht mehr existieren und nur den älteren Bürgern noch bekannt sind. Andere Fotos berichten von dem Alltag unserer Vorfahren. Alleine das Inhaltsverezichnis ist so umfangreich, dass es den Rahmen dieser Seite übersteigen würde.
Im zweiten Teil des Buches, dem Orts-Familienbuch, sind auf 374 Seiten die Personen und Familien des Dorfes in Vergangenheit und Gegenwart zusammengefasst und auf vielen Bildern dargestellt.
Mit seinen vielfältigen Beiträgen und Bildern soll dieses Buch Dokumentation und Nachschlagewerk über das ehemalige Dorf und den heutigen Stadtteil Asterode sein. Es will in dem interessierten Leser den Wunsch wecken, diesen reizvollen Flecken Erde näher oder noch besser kennenzulernen.
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Hier ist die erste Schule Asterodes zu sehen (Alte Hausnummer:51). Die Schule wird bereits in der Spezialbeschreibung von 1750 genannt. Erst als die Gemeinde in 1824 das Haus Nr. 19 als "Neue Schule" kaufte (heute Wohnhaus Zecher), wurde der bisherige Bau nicht mehr benötigt und verkauft. Das Haus wurde in 1967 abgerissen.
Das Haus mit der Hausnummer 26 befand sich an der Stelle, an der heute das Haus Nausiser Weg 4 steht. Das alte Haus wurde in 1958 durch einen Neubau ersetzt.
Dieses Bild zeigt die Heuernte um das Jahr 1950. Mit dem Pferdefuhrwerk und zwei angehängten Leiterwagen ging es zu den Wickelsbergwiesen, wo das Heu einzubringen war. Sicherlich dauerte dieses Unterfangen mit zwei PS wesentlich länger als das heutzutage der Fall ist. Bemerkenswert ist die gewagte Position des Gespannführers.
Aus dem Jahr 1966 stammt das Bild der Dreschmaschine der Dreschgenossenschaft Asterodes, die zum Verkauf nach Gersdorf transportiert wurde. Mit ihr verließ die letzte ihrer Art Asterode.

Am 09. September 1779 stachen von New York aus die drei Transportschiffe, Archer, Molly und Tri-ton in See. Sie waren Teil einer von dem britischen Kriegsschiff Renown geführten fünfundzwanzig Schiffe starken Flotte, deren Ziel Quebec in Kanada war. Man befürchtete die Solidarisierung der dortigen französisch-stämmigen Bevölkerung mit den aus Frankreich gesandten Soldaten, die auf Seiten der amerikanischen Rebellen kämpften, um beabsichtigte, die befürchteten Aufstände zu unterdrücken.
Für die drei Schiffe sollte die Reise jedoch nur von kurzer Dauer sein. Vier Tage nach der Ausfahrt aus New York geriet die Flotte in einen heftigen Herbststurm. Das Schiff Archer verlor den Anschluss an die Flotte und kehrte in den Hafen zurück. Die Schiffe Molly und Triton jedoch wurden so stark beschädigt, dass sie manövrierunfähig auf dem Meer trieben. Beide Schiffe verloren ihre Masten und drifteten mehrere Tage unkontrolliert südwärts an der Ostküste der heutigen USA entlang bis hinunter zu den äußeren Ufern North Carolinas. Die Irrfahrt fand ihr Ende als das amerikanische Kaperschiff Mars die Molly mit ihrer 157 Mann starken Besatzung am 22. September 1779 aufbrachte und nach Philadelphia schleppte. Die Triton, auf der sich 215 Mann befanden, wurde am 26. September 1779 von den beiden amerikanischen Kaperschiffen Mars und Comet aufgebracht und ebenfalls nach Philadelphia geschleppt. Hier gingen die Passagiere als Kriegsgefangene von Bord, um sodann in dem Ort Reading in Pennsylvania untergebracht zu werden.
Wie das Schicksal dieser Schiffe mit dem weit entfernten Ort Asterode in Hessen verknüpft war zeigt sich bei einem Blick auf die Passagiere: An Bord der Schiffe befanden sich die hessischen Soldaten des Regiments von Knyphausen, in dem auch Bürger aus Asterode dienten. Die Geschichte eines dieser Asteröder soll, soweit bekannt und soweit sie sich in der Zeit des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges zugetragen hat, erzählt werden.
Im Rahmen des landgräflichen Kantonsystems zur Anwerbung der Rekruten war dem Regiment des Generals Wilhelm von Knyphausen der nordhessische Bereich unterstellt. Die Soldaten der ersten Kompanie dieses Regiments rekrutierten sich unter anderem aus der Stadt und dem Amt Neukirchen. Aus Asterode dienten insgesamt zehn Einwohner in den Hessischen Truppen in Amerika. Unter Ihnen befand sich Johannes Wilhelm Beetz (im weiteren Wilhelm Beetz), geboren am 25. Juni 1755 (Fam. 14). Er war jüngster Sohn des Müllers Johannes Beetz aus dem Haus Nr. 4. Aufgeführt wird er in den Muster-Rollen vom April 1775, Februar 1777 (als Kriegsgefangener), September 1779, September 1782 und Mai 1783. Sein Name taucht in den schriftlichen Aufzeichnungen in diversen Schreibweisen auf: Baetz, Batz und Beitz, was zu einem wesentlichen Teil auf den späteren Aufenthalt in englisch-sprachiger Umgebung zurückgeführt werden kann. Der Einfachheit halber soll im weiteren nur die Schreibweise "Beetz“ aus dem Ortssippenbuch Asterode verwendet werden. Als Soldaten nach Amerika gingen neben ihm noch Johannes Beetz, geboren am 11. Mai 1752 (Fam. 13c), Johannes Konrad Beetz, geboren am 26. September 1755 (Fam. 15a), Johannes Heinrich Mieling, geboren am 12. Sep-tember 1966 (Fam. 646), Johannes Heinrich Pfeiffoff, geboren am 08. Februar 1754 (Fam. 686), Da-niel Schmidt, geboren 1750 (Fam. 872), Johannes Heinrich Stein, geboren am 07. April 1744 (Fam. 1026e), Jakob Stein, geboren am 16. Mai 1751 (Fam. 1030) und Peter Steinbach, geboren am 08. April 1748 (Fam. 1060).
Das Füsilier Regiment von Knyphausen wurde nach der Ankunft in Amerika unmittelbar in die Gefechte von Fort Washington und White Plains verwickelt. Den gut ausgebildeten disziplinierten Trup-pen aus der alten Welt hatten die amerikanischen Rifle-Men zunächst wenig entgegenzusetzen, denn die Hessen zeichneten sich durch die höhere Feuergeschwindigkeit und ihre gefürchteten Bajonett-angriffe aus.
Erst in der Schlacht in der Kleinstadt Trenton konnten die Amerikanischen Truppen unter Washington am 26. Dezember 1776 einen ersten wichtigen Sieg verzeichnen. Nach den Geländegewinnen der ersten Tage waren die hessischen Regimenter in dem Ort stationiert. Insgesamt befanden sich rund 1200 hessische Soldaten in der Stadt. In der Nacht zum 26. Dezember 1776 setzte Washington mit seiner ca. 2400 Mann starken Armee von der Pensylvania Seite her über den Delaware Fluss über. Die im Winterquartier liegenden Hessen wurden durch diesen Angriff überrascht, und bereits nach eineinhalb Stunden konnten sich die amerikanischen Truppen ihres Sieges sicher sein. Obgleich sich die Verluste auf beiden Seiten in Grenzen hielten gerieten nahezu 1.000 Mann in amerikanische Gefangenschaft. Der Großteil davon waren Angehörige des Regiments von Knyphausen.
Die Gefangenenliste der Schlacht von Trenton beinhaltet Wilhelm Beetz, einen Gefreiten im Hessen-Kassel Regiment von Knyphausen, 1. Kompanie. Zwei weitere Kriegsgefangene waren Johannes und Konrad Beetz.
Nach ihrer Festnahme wurden die hessischen Soldaten nach Pennsylvania in die sogenannten Pennsylvania Dutch cities (Pennsylvania-deutsche Städte), Städte mit überwiegend deutschstämmiger Bevölkerung, gebracht. Laut einer weiteren Kriegesgefangenenliste befand sich Wilhelm BAETZ in den Jahren 1777 und 1778 in Lancaster County (Landkreis Lancaster), wo er für einen Jacob Krug arbeitete. Jacob Krug und seine Frau, Rebecca, waren Einwohner von Lancaster , wo sie mit ihren 15 Kindern und einem Sklaven lebten. Eine andere Notiz nennt einen John BERTZ, der für Jacob Krug in Lancaster arbeitete. Dies ist ein Hinweis darauf, dass Wilhelms voller Name Johann Wilhelm oder Johannes Wilhelm gelautet haben muss. Eine Vermutung, die sich durch einen Blick in das Ortssippenbuch von Asterode bestätigt.
Den Pennsylvania-deutschen Städten fiel in dieser Zeit die Funktion von Gefangenenlagern für die Hessen zu, die in Trenton und Saratoga gefangen genommen worden waren. Es wird berichtet, dass die hessischen Soldaten von ihrem Schicksal und der Gefangenschaft im Shenandoah Tal sehr angetan waren. ... Die Kleinstadt Reading in Pennsylvania war als Gefangenenlager in den Jahren 1781 bis 1783 mehr als geeignet. Die meisten Einwohner sprachen deutsch und konnten sich mit den gefangenen Hessen verständigen. Zudem war der Ort strategisch so günstig gelegen, dass eine gewaltsame Befreiung der Gefangenen nahezu ausgeschlossen war. Zunächst wurden die Hessen in einem rohen Gefangenenlager entlang des Schuykill Flusses untergebracht. Der erste Winter in Reading war für sie sehr hart und brachte kältebedingt ernsthafte Erkran-kungen und Todesfälle mit sich. Später als die Einwohner Readings einen weiteren Zustrom von Kriegsgefangenen befürchteten, forderten sie eine Unterbringung weiter entfernt von dem Ort. Auf öffentlichem Grund schuf man ein neues Gefangenenlager in einiger Entfernung zum Ort am Mount Penn. Das Lager erstreckte sich über eine Fläche von nahezu 50.000 m² und beherbergte mehr als 1.000 Mann, was ungefähr der Einwohnerzahl Readings entsprach. In dem Lager verfügten die Ge-fangenen über frisches Wasser aus Quellen und es gab reichlich Bau- und Brennholz. Sie legten Gärten an, in denen sie Gemüse anbauten. In Reading ist einer der Stadtteile heute noch bekannt als „Hessen-Lager“...
Die ganze Geschichte von Wilhelm Beetz und den "verkauften Hessen" wird im neuen Ortsbuch nachzulesen sein.